Neue Starterbatterie (LiFePO4)

Weil mal wieder die (Säure-) Starterbatterie des C1-Rollers schlapp gemacht hat, habe ich endlich eine „Lithium-Eisen-Phosphat“-Batterie (LiFePO4) kaufen dürfen. LiFePO4 ist ein bestimmter Kathoden-Baufaktor des Lithium-Ionen-Akkus ohne Explosionsrisiko.

Erfreulicherweise gelten für den C1-Roller und die R1200R die gleichen Batteriestärken von 14 Ah (1) mit einem Kaltstartwert (CCA) von 170 A (2).

Pi mal Daumen gilt, dass der LiFePO4-Akku nur 1/3 der Kapazität der zu ersetzenden Säurebatterie aufweisen muss. Allerdings wird der LiFePO4-Akku in Fahrzeugen mit „stand by“-Verbrauchern über den Winter dann nicht so lange aushalten wie eine Säurebatterie.
Die LiFePO von JM haben ein Batterie-Management-System (BMS), dass das Laden der Zellen überwacht, aber keinen Tiefenentladeschutz. (nachgefragt bei JM).
Es muss also öfters nachgeladen werden oder der LiFePO4-Akku wird abgeklemmt, denn eine Tiefenentladung ist, wie bisher bei Säurebatterien auch, schädlich.

Ausgewählt habe ich eine LiFePO4 Starterbatterie vom Hersteller JM mit der BezeichnungLiFePo4_JMT „HJTX14H-FP-Si“ und einer Stärke von 4 Ah und einen Kaltstartwert (CCA) von  240 Ampere zu einem Preis von 75 Euro. Das ist auch die gleiche Batteriestärke, wie sie z.B. von Wunderlich für die R1200R für 139 Euro angeboten wird.
Ich habe mit dieser Batterie auch einen Starttest mit der R1200R durchgeführt.
Ergebnis: Anlasser wird ohne Probleme durchgezogen und die Maschine startet; im C1 sowieso.

Von nun an wir die LiFePO4 also vom Laderegler des Zweirads geladen!
In Anbetracht dieser Tatsache bleibt nur zu sagen, was das Ladegerät nicht „können“ sollte: (Puls-) Ladungen über 14,8 Volt! Und grundsätzlich nicht mehr als 1C Ladestärke bzw. nach Batteriestärke/h (siehe LiPo-Abkürzungen).
Mit einem CTEK „Multi XS 3600“ oder mit dem Saito „Pro Charger Compact“ kann ich meine LiPo-Starterbatterien laden. Intelligentere Ladegeräte für LiPo`s lohnen sich meiner Einschätzung nach nicht für Starterbatterien, da hier ja das batterieinterne BMS vor der Ladestrategie des Ladegeräts steht.
Spezielle LiPo-Ladegeräte beherrschen das CC/CV-Ladeverfahren; bei Blei-Ladegeräten UI-Ladeverfahren genannt. (können beide vorgenannten Ladegeräte)


Erläuterung nach EN (Europäische Norm):

  1. Ah/Amperestunden: Die Fähigkeit einer voll aufgeladenen Batterie, eine bestimmte Menge an Elektrizität mit einer bestimmten Stärke (in Ampere/A) über eine bestimmte Zeit hinweg (in Stunden/h) zu liefern.
  2. CCA (cold cranking amps): Die Menge an Strom, den eine Batterie bei –17,8 °C für 30 Sekunden abgeben kann und bei dem jede Zelle eine Spannung von mindestens 1,2 Volt aufweist.

LiPo Abkürzungen

  • „Wh“: Gesamt-Wattstunden: Leistung die über 1 Stunde abgegeben wird (12V * 4A = 48Wh)
  • „2s1p“: Angaben zum inneren Aufbau: „s“ bezieht sich auf die Anzahl der Zellen in Serienschaltung.
    „p“ bezeichnet die Anzahl der Zellen in Parallelschaltung. Die Parallelschaltung von Zellen erhöht die Gesamtkapazität des Akkus um den entsprechenden Faktor „p“.
  • „10C“: „C“ stellt eine Beziehung zwischen der Kapazität des Akkus und seiner Belastbarkeit dar. 10C Entladestrom bedeutet, dass die Batteriezelle mit dem 10-fachen ihrer Kapazität entladen werden darf – bei einem 1000mAh sind das 10000mA oder 10A.
    Beim Laden von Akkus werden weit niedrigere C-Werte angesetzt. Typischerweise lädt man Lipo-Akkus mit 1C bis 2C, was beim 1000mAh Akku einem Ladestrom von 1A entspricht.
  • „Balancen“: Überwachung der Klemmenspannung. Bei übersteigender Spannung wird die Ladung um die Zelle herumgeleitet.
  • „Equalizen“: Überwachung der Klemmenspannung. Bei übersteigender Spannung wird die Zelle entladen und Angleichung der Klemmspannungen aller Zellen durch Entladung
  • „CC“: CC steht für „Constant Current“ (konstanter Strom) und bedeutet, dass die Höhe des maximalen Ladestroms begrenzt wird.
  • „CV“: CV steht für „Constant Voltage“ (konstante Spannung) und bedeutet, dass mit einer konstanten Ladung geladen wird, bis die Klemmenspannung erreicht ist.
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3 Kommentare zu Neue Starterbatterie (LiFePO4)

  1. hero sagt:

    Das erste 8 stundenlange Parken bei bis zu -6 Grad ist geschafft: es gab gar keine Probleme beim Anlassen des C1.

  2. ich war`s sagt:

    Habe die Idee, dass zukünftig spezielle CAN-Bus-Ladegeräte von BMW tatsächlich einen Vorteile haben könnten, sofern BMW ab Werk LiFePO4 verbaut. Denn dann gehe ich davon aus, dass das BMS mit der Fahrzeugelektronik die beste Ladestrategie aushandelt. Möglich sind dann auch z.B. Warnanzeigen bzgl. Batterieschwäche im KOMBI-Instrument. Nachteil ist dann vermutlich, dass die Batterien nicht mehr einfach ausgetauscht werden kann. D..h. wie im Bereich Automotive muss diese dann beim Händler angelernt werden.

  3. ich war`s sagt:

    Die Zellspannung bei LiFePO4 variiert sehr wenig zwischen Volllade- und Entlade-Zustand. D.h. Ergebnisse mit dem Voltmeter sind meistens nicht aussagekräftig.

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